
Einleitung
Seit Unreal Engine 5.8 gibt es ein experimentelles MCP-Plugin, mit dem sich KI-Assistenten direkt mit dem Editor verbinden lassen. Ich wollte einfach ausprobieren, wie sich Unreal Engine zusammen mit Claude anfühlt. Mein Rechner läuft mit Pop!_OS, und ich nutze die vorkompilierte Linux-Version der Engine. Die Einrichtung war weniger geradlinig als gedacht, deshalb halte ich hier fest, was am Ende funktioniert hat.
Problem und Lösungsansatz
Das Plugin startet in Unreal einen MCP-Server, der lokal auf Port 8000 unter
dem Pfad /mcp lauscht. Unreal kann dafür sogar eine
Konfigurationsdatei für Claude erzeugen. Claude Desktop hat diese aber bei mir
nicht akzeptiert, weil sie den Verbindungstyp „http“ verwendet. Die Lösung war
eine kleine Brücke namens mcp-remote. Sie läuft als
lokales Programm, das Claude Desktop starten kann, und leitet die Anfragen an
den HTTP-Server von Unreal weiter. Dafür brauchte ich ein funktionierendes
Node.js, und genau dort lagen die eigentlichen Stolperfallen.
Lösungsbeschreibung
1. Plugin aktivieren und Server starten
Im Unreal Editor unter Edit → Plugins das Plugin „Unreal MCP“ (intern
ModelContextProtocol) aktivieren und den Editor neu
starten. Falls Claude später keine Werkzeuge sieht, muss zusätzlich das Plugin
„All Toolsets“ aktiv sein. Danach in der Editor-Konsole eingeben:
Im Output Log erscheint dann die Meldung, dass der Server auf Port 8000 gestartet wurde.
2. Claude Desktop konfigurieren
In Claude Desktop unter Einstellungen → Developer → Edit Config die
Datei claude_desktop_config.json öffnen (unter Linux
liegt sie in ~/.config/Claude/) und diesen Block
ergänzen:
3. Stolperfalle: Claude Desktop wirklich beenden
Das Fenster zu schließen reicht nicht. Die App läuft im Hintergrund weiter und liest die Konfiguration nur beim Start. Man muss sie über das Tray-Symbol komplett beenden und neu starten.
4. Stolperfalle: npx fehlt
Im Protokoll (~/.config/Claude/logs/mcp-server-unreal-mcp.log) stand „Failed to spawn process: No such file or directory“. Das
Ubuntu-Paket nodejs enthält nur Node selbst,
npm und npx sind ein separates
Paket.
5. Stolperfalle: Node.js ist zu alt
Nach der Installation von npm kam der nächste Fehler:
„File is not defined“. Die Node-Version aus den Ubuntu-Paketquellen (18.19.1)
war zu alt für mcp-remote. Ich habe Node daher über
NodeSource auf Version 24 aktualisiert:
Das NodeSource-Paket bringt npm und
npx schon mit. Danach noch einmal Claude Desktop
komplett beenden und neu starten, und unreal-mcp lief.
Tipp zur Fehlersuche: Die Zeitstempel in den Claude-Protokollen sind in UTC angegeben, in Deutschland also eine Stunde früher als die Uhrzeit auf dem Rechner.
Fazit
Am Ende ist die Verbindung unkompliziert, aber die Fallstricke liegen weniger bei Unreal als bei Node.js und beim Neustart von Claude Desktop. Das MCP-Plugin ist noch experimentell, es kann sich also noch ändern. Beim Start weist Unreal außerdem darauf hin, dass die Daten, die über das Plugin an den KI-Dienst gehen, „Licensed Technology“ im Sinne der Unreal-EULA sind. Man ist selbst dafür verantwortlich, dass der Anbieter sie nicht zum Training nutzt. Das sollte man vor dem Einsatz in größeren Projekten lesen. Als Nächstes probiere ich aus, was Claude im Editor alles erledigen kann.